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mein erstes mal… demonstrieren.

Nein, ihr Ferkel. Wer jetzt denkt, hier käme was anstößiges, kann das Browserfenster gleich wieder schließen.Das ist nur eine Rubrik ;)

Als Selina vor ein paar Wochen zu mir kam und fragte, ob ich an einer Demo gegen den Weihnachtszirkus Bonn mitmachen würde, war ich zunächst verwundert. Selina als Veganerin und Tieraktivistin fragte mich, die mehr als gerne Burger isst und grillt, bei einer Tierschutzdemo mitzumachen. Ich bin zwar kein Vegetarier, geschweigedenn Veganer, und lasse mich auch nicht bekehren. Aber die Idee, in meinem Rahmen für den Tierschutz zu agieren, gefiel mir. Denn jeder, der ein bisschen was im Kopf hat, weiß, dass in einem Wanderzirkus nicht für die artgerechte Haltung von Tieren gewährleistet werden kann. Gerade bei den Temperaturen Krokodile und Löwen vorzuführen ist mehr als scheußlich.
Also Aufrufe bei unserem allseits geliebten Sozialnetzwerk Gesichtsbuch gestartet und hier und da in Tierschutzforen einen Vermerk hinterlassen, sodass wir uns am gestrigen frühen Abend doch mit ca. 20 Mann/Frau/Tier im Bonner Sportpark vor dem großen beleuchteten Zirkuszelt einfanden (“Scheiße, wo müssen wir lang? Selina, ruf mal den Alex an, wir haben uns verfahren. [2 Sek. später] Hm, da wo das große beleuchtete Zelt steht, das sieht irgendwie richtig aus.”).
Da wir die Demo angemeldet hatten, wurden wir auch gleich von zwei sehr kooperativen und netten Polizisten in Empfang genommen, die uns über den Ablauf des Ganzen und unsere Einschränkungen belehrten. Da wir relativ freies Spiel hatten, stellten wir uns mit vier Bannern Bettlaken auf dem Parkplatz vor dem Zelt auf und fingen an, ein wenig Radau zu machen. Keine zwei Minuten dauerte es, bis eine entrüstete Zirkusdame auf uns zukam und brüllte, dass das ja eh keinen Zweck hätte und wir uns gefälligst von Acker machen sollten. Nach kurzem Gespräch mit den Polizisten wurde klar, dass der Zirkus das gesamte Gelände einschließlich dem Parkplatz gepachtet hatte und wir somit eigentlich keine Berechtigung hatten, uns dort aufzuhalten. Uns wurde jedoch versichert, dass wir Demonstrationsrecht hatten, Pacht hin oder her, und somit auf dem Parkplatz stehen bleiben konnten, solange wir niemanden direkt am Betreten oder Parken hinderten. Wie gesagt, die Polizisten waren äußerst kooperativ und freundlich und gesellten sich hin und wieder mit ‘ner Kippe zu uns. Jedem vorallem den Kindern drückten wir unsere Flyer in die Hand und machten unmissverständlich klar, dass das, was sie gleich in der Manege sehen werden, kein Spaß für die Tiere ist. Ich war ziemlich froh, dass wir so viele demoerfahrene Menschen vor Ort hatten, für mich wars nämlich die erste.
Wir bekamen Zuspruch durch hupende, Daumen-hoch-zeigende Autofahrer und eine Gruppe Besucher drehte nach unserem Anblick und beflyern sogar um und etschied sich, den Abend anderweitig zu verbringen. Kurz nach Beginn der Vorstellung kreuzte auch ein Mensch von der Presse auf, der uns viel Aufmerksamkeit widmete. Dass das ganze mehr gespieltes als echtes Interesse war, könnt ihr hier nachlesen.
Wir hatten das Ganze zwar bis 20:30 Uhr angemeldet, beschlossen aber gegen 19:30 Uhr, abzuziehen, denn die Kälte war nicht mehr nett. Die Besucher, die sich im Zelt befanden, ließen sich wohl nicht belehren. Bleibt zu hoffen, dass sie auf dem Nachhauseweg einen Blick in die Flyer geworfen haben und zum Nachdenken gekommen sind.
Schlussendlich habe ich das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, auch wenn ich nicht der größte Aktivist oder Vegetarier bin. Und ich habe so die Vermutung, dass das für mich nicht die letzte Demonstration war, denn das Ganze macht richtig Fetz und ist jedem, der die Welt ein bisschen besser machen will, nur zu empfehlen.

Fühlst Du Dich hilflos? Geh raus und hilf, los!

- Wir sind Helden, “23:55- Alles auf Anfang”