Monatsarchiv: Juni 2011

The great Platten of Summer

Der Sommer hat bisher recht nett angefangen. Das Southside gerade noch so überlebt, mit ein paar Zwischenfällen und leider nur einem Bruchteil der Bands, die ich eigentlich ansehen wollte, aber so what, war ein scheissgeiles Wochenende mit meinen Liebsten.
Gerade quäle ich mich mit einem entzündeten Weisheitszahn rum. Der doofe Arzt wollte die doch gleich diese Woche noch ziehen, aber nein, nächstes Wochenende ist Rheinkultur und CSD, das hab ich ihm gleich mal ausgeredet. Bin dann am Montag direkt dran. Wohoo, bei der Hitze wird das bestimmt ein Spaß. Nicht.
Immerhin wird endlich das Wetter nach dem Dauerregen (den wir auf dem Southside übrigens auch hatten, trotzdem hatte ich den Sonnenbrand meines Lebens) wieder besser. Und wer von Euch noch nicht weiß, was er diesen Sommer beim am-See-Fluß-oder-Weiher-Chillen hören soll: meine Froinde, jetzt gibt’s ordentlich was auf die Ohren! Ich gebe offiziell meine (bisherigen) Sommer-Alben 2011 bekannt!
Neben der bereits vorgestellten The Sounds-Platte, die sich natürlich ebenso dazu eignet, gibt es jetzt hier vier weitere Schmankerl:

1.The King Blues – Punk & Poetry
Ich bin dermaßen verliebt in dieses Album, dass ich es vorhin auf der Heimfahrt gleich drei mal durch gehört hab. Abgesehen von den letzten zwei Wochen, in denen der CD-Player im Auto bereits heiß lief.
Dieser Albumtitel hält definitiv, was er verspricht. Von den eingängigen Melodien abgesehen, ist „Punk & Poetry“ gespickt mit gesellschaftskritischen Texten, die so manch einem aus der Seele sprechen. Wer hat denn nicht ab und an mal Bock, die ganze Welt in Flammen zu setzen und noch einmal von vorne zu beginnen? Sind wir nicht alle einmal „fucking angry“? Und wie oft denkt man sich, dass man als Kind noch freudig in die Zukunft blickte, jetzt aber doch eher enttäuscht davon ist? Dann mogelt sich noch ein deftig-kitschiges „I want you“ dazwischen, dessen Text nicht schöner sagen könnte, dass einem die Herzchen aus dem Anus fliegen. Ein Hammeralbum!
Anspieltipps: „Set The World On Fire“, „I Want You“, „Sex Education“, „Headbutt“

2.Set You Goals – „Burning At Both Ends“
JAAAA! Endlich neues von SYG. Und das Warten hat sich gelohnt, die Platte ist genau das, was man an einem heißen Sommertag am See mit Freunden hören sollte, während man sich ein paar Bierchen zischt und irgendwann so betüddelt ist, dass man anfängt „Schweinehaufen!“ zu brüllen und sich auf den Nebenmann zu werfen. Die Herren wissen, wie man gute Laune macht. Mehr ist dazu nicht zu sagen- Nicht lesen! REINHÖREN! GENIEßEN! ABGEHEN! FEIERN! WOHOHOHOOO!
Anspieltipps: „Trenches“, „Certain“, „Happy New Year“, „Product Of The 80s“

3.All Time Low – „Dirty Work“
Zugegeben, Pop-Punk ist nicht Jedermanns Sache. All Time Low mögen auch nicht die beste Band dieses Genres darstellen. Aber da pfeif ich jetzt einfach mal drauf und oute mich als großer Fan der vier Herren aus Baltimore. Von niveauvollen Texten muss man hier nicht anfangen, bei All Time Low heißt es einfach nur: Kopf aus, Boxen laut aufdrehen und Popowackeln. Die meisten Songs handeln von, klar, Mädels und Party. Aber mehr beinhalten müssen sie auch nicht, denn hier geht es nur um drei Dinge: Spaß, Spaß und nochmal Spaß. Du feierst eine Party bei Dir zuhause? Wohlmöglich noch im Garten, mit Grill und eventuell sogar Pool und dem ganzen Scheiß? Dann wirf gefälligst „Dirty Work“ in den Player und guck den Leuten beim Tanzen zu. Das Album hatte bei mir im Vorfeld eh schon gewonnen, da die Jungs MAJA FUCKING IVARSSON VON THE SOUNDS als Gastsängerin bei „Guts“ engagiert haben. Etwas enttäuschend, dass sie keine Soloparts hat. Die Frau muss man mehr singen lassen. Dennoch, ein klasse Song (der mir sogar vom Text her sehr gefällt).
Übrigens sind die Liveauftritte von All Time Low auch sehr zu empfehlen. Jedes der drei male (u.a. letztes Wochenende beim Southside), die ich erleben durfte, waren eine einzige große Party voller tanzender, schwitzender (okay, hauptsächlich 14-16 jähriger Mädels, die man aber recht leicht ignorieren kann, abgesehen von dem Gekreische in den Spielpausen) Menschen.
Anspieltipps: „Guts“, „Do You Want Me (Dead?)“, „Under A Paper Moon“

(irgendwie is die Qualität eher bescheiden, da man den Song wohl sonst von Youtube entfernen würde, sorry…)

4.Moving Mountains – „Waves“
Würde ich nicht bei Starkult arbeiten, hätte ich von Moving Mountains vermutlich nie etwas mitbekommen. Und das wäre wahrlich schade gewesen, denn „Waves“ stellt den perfekten Soundtrack zu langen Autofahrten und lauen Sommerabenden auf dem Balkon. Kein Partyalbum, eher was um es alleine zu genießen. Aber kraftvoll und dabei fast schon etwas beruhigend. Beides zugleich. Ja, das geht. Moving Mountains können das.
Anspieltipps: „Tired Tiger“, „My Life Is Like A Chase Dream (And I’m Still Having Chase Dreams)“

So. Und nun packt die Badelatschen, einen CD-Player und diese Alben ein und ab an den See! Was ihr auf den Autofahrten hin und zurück hört, wisst ihr ja nun auch. Einen schönen Sommer Euch allen!

VersaEmerge in Köln. Ja, ich bin ein ekliges Fangirl.

Ich weiss eigentlich garnicht so recht, wo ich anfangen soll. Der Abend ist immernoch irgendwie surreal.
Ich fang erstmal damit an, dass ich mir beinahe ne dritte Titte freute, als zu den Auftritten bei Rock Am Ring/Rock Im Park zwei Soloshows in Hamburg und Köln angekündigt wurden. Nach über zwei Jahren VersaEmerge endlich wieder live erleben. Sofort wurden (vorsichtshalber) VIP-Tickets geordert, ich musste sicher gehen, dass ich noch einmal in den Genuss komme mich mit diesen wunderbaren Menschen zu unterhalten.
(Kurzer Einwurf: 2009 bin ich mit Chris nach London geflogen, nur um diese Band live zu sehen und zu interviewen)
Gestern war es dann so weit. Laut Mail des Managements hatte man spätestens um 17:30 Uhr am Luxor zu sein. Fand Chef nicht so cool, dass ich früher ging, aber hey, es ging um Musik. Er hatte Verständnis.
Auf dem Weg das Album im Player, einige dumme Blicke auf der Autobahn geerntet, da ich wie ein Vollhorst mitsang und das Lenkrad zum Schlagzeug umfunktionierte, mir scheissegal, derart euphorisch war ich.
Gegen 17 Uhr stand ich denn vorm Luxor und tippelte von links auf rechts, bis die anderen Damen und Herren eintrafen und wir pünktlich zum Soundcheck reingelassen wurden. In dem Moment hatte ich das nicht erwartet, umso perplexer war ich dann, als Sierra und Blake bereits auf der Bühne standen und winkten, als wir zur Tür rein kamen. Uff.
Sierra trug einen Minirock im Leodesign und ich war (das schreib ich jetzt so und es ist mir ziemlich wumpe wie ihr das findet) verdammt froh kein Kerl zu sein, sonst hätte man mir meine Freude mit Sicherheit angesehen. Zum Soundcheck gabs dann als Vorgeschmack schon mal “Mindreader” und “You’ll never know”. Fein, direkt mal zwei meiner Favoriten des Longplayers vorab gehört. In mäßiger Tonqualität, aber egal. Gute 20 Minuten standen wir da und starrten wie Zoobesucher auf die zwei, keiner sagte wirklich was, die Spannung war mehr als spürbar. Nach dem Soundcheck wurden wir in den Eingangsbereich des Luxors geschickt, damit das Meet & Greet in Ruhe stattfinden konnte. Und schon kamen sie raus und mir fiel auf einmal garnicht mehr ein was ich mir vorher alles im Kopf zurechtgelegt hatte an Fragen und Kommentaren. Leicht panisch, dass ich auf einmal kein Wort Englisch mehr aus mir rausbekommen würde (passierte mir bereits bei einem Treffen mit Hayley Williams), war ich auch schon dran. Und auf einmal gings doch. “Hey you guys, so nice to see you again. I don’t know if you remember, but we met two years ago in London and had an interview.” sagte ich tatsächlich ohne einen Haspler oder Versprecher und war ein bisschen stolz auf mich selbst. Umso stolzer sollte ich noch werden. “Yeah sure! We saw this big guy with the glasses (Chris) at soundcheck and you, of course we remember!” Bäm. Nach zwei verdammten Jahren und keineahnungwievielenKonzertendiezwischendurchüberallgespielthaben erkannten sie uns wieder. Und meine Knie waren kurz vorm Zermatschen. Dann bekam ich mein signiertes Poster in die Hand gedrückt und hätte beinahe vergessen, ein Foto zu machen. Immerhin standen da noch ca. 15 andere Menschen in der Schlange, die bedient werden wollten, also hielt ich sie nicht weiter auf und verdrückte mich auf eine Zigarette, die ich mehr als nötig hatte, nach draußen.
Da es nun erstmal Zeit totzuschlagen galt, machten wir uns auf nen kurzen Snack zu der Schnellrestaurantkette unseres Vertrauens. Ich weiss nicht, wie oft ich zwischendurch “DIE HABEN UNS WIEDERERKANNT” gequiekt hab, aber ich glaube, ich ging meinen Mitmenschen schon ein wenig auf die Eier/Eierstöcke. Gegen 20 Uhr wurden wir wieder rein gelassen, ich wollte erstmal zur Bar um mir was zu Trinken zu kaufen. Da ich momentan ein kleines Rückenproblem habe, ließ ich mich mit den Worten “Oarr ey mein Rücken bringt mich um” auf den Barhocker neben einer Bekannten fallen, die sich so absolut null für mich zu interessieren schien. Ein kurzer Blick nach links neben sie und ich wusste auch, wieso. Sierra saß da einfach so an ihrem Tablet-PC an der Bar. Meinen Blick hätte ich in dem Moment echt gerne gesehen, Zeugen sagen, so dumm hätten sie mich noch nie gucken sehen. Gerade gerafft, dass sie gerade schon wieder direkt neben mir saß, schon war sie mit der Versicherung, nach dem Konzert noch einmal raus zu kommen, Backstage verschwunden, denn langsam füllte sich der Laden.
Die Supportband (The Blackberries) waren vier lustige Jungs aus Solingen, die ganz lustigen Indierock fabrizierten und dem Laden schon ein wenig Stimmung verliehen. Gegen 22 Uhr drückte ich mich dann auch etwas weiter vor, was in dem nicht annähernd gefüllten Luxor (ca. 50-70 Personen) nicht wirklich schwer war. Licht aus, VersaEmerge an. Diese Frau hat es unglaublich drauf, einen in den Bann zu ziehen. Mir fällt es manchmal schwer zu glauben, dass sie rund ein gutes Jahr jünger ist als ich. Eine unglaubliche Power, Ausstrahlung, kurz gesagt: purer Sex auf zwei Beinen. Dazu diese klare Stimme, die hin und wieder in enthusiastische Schreie wechselt. Die genaue Abfolge der Songs bekomme ich gerade nicht mehr ganz zusammen, ich war ein wenig damit beschäftigt mich körperlich zu verausgaben, wofür mir mein Rücken jetzt immernoch dankt. Es gibt Konzerte, da stehe ich ganz gerne nur und lasse die Musik auf mich wirken, bei diesem Konzert schier unvorstellbar. In dem Moment war es mir auch sowas von egal wie bescheuert und groupielike ich ausgesehen haben muss, das musste einfach raus. Und das tat ich auch. Besonders gefreut habe ich mich definitiv über einige Songs der beiden EPs, unter anderem “Moments between sleep”, welches meine absolute Lieblingstextzeile aller Songs der Band beinhaltet.
Nach einer guten Stunde war der Zauber auch vorerst wieder vorbei. Ein Plek in der Tasche machten wir uns zum Merchstand, da ich absolut keine Lust hatte, mir für teuer Geld ein Shirt importieren zu lassen, und erstand ein Shirt, welches ich nun zu meinem Lieblingsshirt erkoren habe und am liebsten nie wieder ausziehen würde. Denn darauf befindet sich nicht nur ein gutes Songzitat, sondern desweiteren eine leicht verquere Abbildung des Madhatters.
Und schon stand Blake wieder vor uns und wir quatschten noch ein wenig über Vergangenes, unser Treffen damals in London und wie die Band seitdem voran gekommen war. Wer schon einmal versucht hat, im vorderen Bereich des Luxors auf eine Band zu warten, der weiss, dass der Türsteher dort ein ziemliches, Verzeihung, Arschloch ist. Der unterbrach uns nämlich einfach und setzte uns vor die Tür. Natürlich nur uns, nicht Blake, der verschwand wieder nach hinten um Sachen zusammen zu packen. Aber uns Freaks hält sowas nicht auf, also blieben wir einfach vor der Tür stehen.
Kurze Zeit später gesellte sich der “Aushilfsbassist” Nick zu uns. Der Kerl war unglaublich lustig und sehr eifrig darin, möglichst viele deutsche Wörter kennen zu lernen. Nunja, jetzt kennt weiss er immerhin, was er in einer Apotheke sagen muss, wenn er ein kleines Magenproblem hat. Umgangssprachlich, natürlich. Er fragte uns, ob wir auf Blake warten, da dieser grade beim Packen wär und wir entgegneten, dass er schon bei uns war- “Oh, waiting for the queen”. Ja, Queen Sierra lies auch tatsächlich eine weitere geschlagene Stunde auf sich warten, wobei sie sich sofort gefühlte zehn mal entschuldigte, dass es ihr nicht besonders gut ginge und sie sich erstmal kurz ausruhen musste. Diese Aussage nahmen wir als Gelegenheit, auch ihr ein anderes Wort für ein Magen-Darm-Problem beizubringen. Dafür blieb sie dann auch gute 20 Minuten bei uns, unterhielt sich mit allen ausgiebig und war für jegliche Fotos und Autogramme zu haben. “Sorry you guys, but they’re throwing us out of the venue”, denn der freundliche Türsteher kam (zum bestimmt fünften mal) raus und wies die Band an, ihre Sachen rauszubringen. “But I wanna cuddle you all!” Und so drehte sie noch eine Runde durch die Menschen, die ausgeharrt hatten. Und ich sag euch eins: diese Frau sieht nicht nur so aus und singt so, nein, sie riecht auch wie ein Engel. Und da ich die Gelegenheit nutzte und sie exzta fest drückte, tat dies mein T-Shirt daraufhin auch- so hatte ich die komplette Heimfahrt noch etwas von ihr. Hach. Traumfrau.
Und jetzt haltet ihr mich alle für nen totalen Groupie, aber das ist mir sowas von egal, denn ich hatte einen der tollsten Abende meines Lebens! Hoffentlich dauert es nicht wieder zwei Jahre, bis ich das wiederholen kann.

meetngreet
Sierra
Sierra2
draußen
draußen2